Hagel, Sturm und später Frost – das waren zu allen Zeiten die ärgsten Feinde der Bauern, die die Ernte verderben konnten. Gerade im Mittelalter konnten Missernten ganze Völker ins Unglück stürzen. Was lag da in gottesfürchtigen Landen näher, als den Herrgott inständig um gutes Wetter zu bitten?

Als weithin sichtbares Glaubens-Zeichen errichteten die Menschen früherer Jahrhunderte zahlreiche Kreuze in Wald und Flur, auf Gipfeln oder an Bergpässen. Welche dieser „Flurkreuze“ tatsächlich für gutes Wetter eintreten sollten und welche andere Zwecke verfolgten, lässt sich mit historischem Abstand nicht immer klären.

Neben Wetterkreuzen bevölker(te)n – vor allem im norddeutschen Raum – auch „Sühnekreuze“ die Landschaft. Die mittelalterlichen Sühnekreuze oder Sühnesteine markieren die Stelle, an denen ein Mord geschehen ist.

Wetterkreuz
Wetterkreuz bei Reit im Winkl – © Josef Türk Jun. / pixelio.de

Wetterkreuze weichen wachsenden Feldern

Manche Wetterkreuze bestanden aus Stein, die Mehrzahl wohl aus Holz mit einem doppelten Querbalken (Doppelbalkenkreuz). Einige Wetterkreuze trugen einen gekreuzigten Jesus Christus (ein Kruzifix), andere einen Segensspruch. Die Menschen des Mittelalters steckten auch geweihte Kreuze aus Holzscheiten und Palmzweigen in die Erde.

Viele Hagel- oder Wetterkreuze, die früher exponiert auf Feldern standen, wurden nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen. Schuld war die „Flurbereinigung“, also die Zusammenlegung von kleinen Parzellen zu größeren Feldern, bei denen die Kreuze offenbar störten. Ob sich diese Vernichtung an historischem Kulturgut mit schlechterem Wetter gerächt hat, ist nicht überliefert…

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