Wer evangelischen Glaubens ist, dem sind die Rituale katholischer Liturgie weitgehend fremd und unbekannt. Dazu zählt auch das sogenannte Vortragekreuz, das beispielsweise Prozessionen oder den Einzug zur Heiligen Messe anführt. Das Vortragekreuz ist meist von stattlicher Größe und weithin sichtbar. Auch aus weiter Entfernung sollen die Gläubigen die Spitze einer Prozession anhand des Kreuzes erkennen können. Zudem ist das Kreuz an einem langen Stab befestigt, um es in die Höhe halten zu können.

Vortragekreuze können sehr unterschiedlich gestaltet sein: Mittelalterliche Kreuze (die Gemmenkreuze) waren oft kunstvoll verziert und mit Edelsteinen geschmückt. Andere Kreuze wurden dagegen aus leichten Materialien hergestellt, um sie einfach transportieren und hoch halten zu können.

Die Aufgabe des Kreuzträgers

Die Ehre, das Vortragekreuz zu tragen, gebührt einem ausgewählten Messdiener, dem sogenannten Kruziferar oder Kreuzträger. Begleitet wird der Kruziferar oft von weiteren Messdienern, die Weihrauch schwenken. Betritt der Zug eine Kirche, wird das Vortragekreuz häufig direkt am Altar abgestellt. Dort übernimmt es in der Liturgie die Aufgabe eines Altarkreuzes.

Kruziferar / Vortragekreuz