Für Laien klingt die Bezeichnung „Kreuzverschlag“ nicht besonders bedrohlich. Pferdefreunde wissen allerdings, dass sich hinter diesem Namen eine häufige und unangenehme Stoffwechselkrankheit des Pferdes verbirgt. Die Erkrankung ist auch unter einigen anderen Bezeichnungen wie Lumbago, Feiertagskrankheit oder paralytische Myoglobinurie (lateinisch) bekannt und lässt sich am besten mit einem schweren, langwierigen Muskelkater vergleichen.

Ursachen und Symptome des Kreuzverschlags

Beim Kreuzverschlag entzünden sich die Rückenmuskeln des Pferdes. Auslöser ist eine zu kohlenstoffreiche Ernährung, vor allem durch Kraftfutter. Der Kohlenstoff wird in den Muskeln in die Zuckerart Glykogen umgewandelt, wo er wichtige Stoffwechselprozesse behindert. Die Folge sind akute Muskelschädigungen, die für das Pferd sehr schmerzhaft sein können. Das Pferd verspannt den Rücken, schwitzt stark und bekommt einen dunkel verfärbten Urin.

Beim Kreuzverschlag können leichte, schwere und chronische Ausprägungen auftreten. Typischerweise kommt es zum Kreuzverschlag, wenn das Pferd eine Ruhephase hatte, in der das Kraftfutter nicht verringert wurde, und es dann wieder bewegt wird. Der kurzzeitige Kohlenstoffüberschuss löst die Symptome aus.

Was tun bei Kreuzverschlag?

Ein betroffenes Pferd sollte nicht mehr bewegt werden und muss notfalls mit dem Hänger abgeholt werden. Der herbeigerufene Tierarzt weiß, was zu tun ist. Wahrscheinlich wird er den Flüssigkeitsverlust ausgleichen, Schmerzen und Entzündung lindern sowie die Durchblutung fördern. Eine Genesung des Pferdes kann in schweren Fällen einige Wochen in Anspruch nehmen.

Um dem Kreuzverschlag vorzubeugen ist es sinnvoll, die (Kraft-)Futtermenge stets dem aktuellen Kalorienverbrauch des Tieres anzupassen sowie die Vitamin- und Nährstoffversorgung zu regulieren. Letztlich können neben Freizeitpferden aber auch gut trainierte Sportpferde diese Erkrankung bekommen. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es leider nicht.

Kreuzverschlag (Pferdekrankheit)