Kaum ein Wesen erzeugt bei Menschen so unterschiedliche Emotionen wie die Spinne. Vor allem die Kreuzspinne ist ein häufiger Bewohner in unserer Natur. Im Gegensatz zu manchem Vorurteil ist diese Spinnengattung für uns völlig ungefährlich. Zwar verteilt die Kreuzspinne mit ihrem Biss ein spezielles Gift – dieses ist aber nur für Insekten tödlich. Die menschliche Haut kann das Beißwerkzeug nur in Ausnahmefällen durchdringen, und erzeugt auch dann nicht mehr Symptome als ein Mückenstich.

Kreuzspinne
Kreuzspinne -© Tanja Ritter / pixelio.de

Kunstvolle Radnetze

Dass die Kreuzspinne zur biologischen Familie der Echten Radnetzspinne gehört, beweist sie eindrucksvoll: Rund 20 Meter Spinnfaden erzeugt das Tier, das selbst kaum mehr als ein einziges Gramm wiegt, in seinem Hinterleib. Aus diesem Faden, der es im Verhältnis zu seiner Größe mit jedem Stahlseil aufnehmen kann, spinnen die Weibchen ein Netz aus Rahmen und Speichen. Etwa eine Dreiviertelstunde brauchen die Tiere für ihre kunstvolle Insektenfalle. Dabei folgt jede der zahlreichen Kreuzspinnen-Arten einem eigenen Bauplan, den nur diese Art beherrscht.

Das Kreuz der Spinne

Das namensgebende Markenzeichen dieser Spinnengattung ist eine kreuzartige Zeichnung auf dem Hinterleib. Wer ganz genau hinsieht – und nicht unter Arachnophobie leidet – kann erkennen, dass sich das Kreuz aus vier bzw. fünf Flecken zusammensetzt. Allerdings gibt es auch viele Kreuzspinnen-Arten ohne diese charakteristische Zeichnung, sodass es den Botanikern vorbehalten bleibt, die korrekte Zuordnung vorzunehmen.

Die häufige Gartenkreuzspinne (lateinischer Name „Araneus grossus“) wurde schon 1757 erstmals botanisch beschrieben. Sie kann immerhin bis zu 1,8 Zentimeter groß werden. Die Männchen sind dabei deutlich kleiner und trauen sich nur zur Paarung in die Nähe des Weibchen. Die Angst ist durchaus begründet, denn nicht wenige Männchen werden beim Paarungsversuch gefressen. Trotz ihres Namens lebt die Gartenkreuzspinne viel lieber in der freien Natur als in den Hausgärten. Obwohl auch ihr Lebensraum immer kleiner wird, zählt sie nicht zu den gefährdeten Arten in Deutschland.

Kreuzspinne