Auch wenn es uns nicht bewusst ist, nutzen die meisten Haushalte täglich eine Kreuzschaltung: In vielen großen Räumen, typischerweise in unseren Wohnungsfluren, sind Stromschalter in Kreuzschaltung miteinander verbunden. Ihr Sinn besteht darin, dass wir an jedem einzelnen Schalter beispielsweise das Flurlicht betätigen können. Ohne Wechsel- und Kreuzschalter müssten wir das Licht immer an demselben Schalter wieder ausschalten, an dem wir es auch eingeschaltet hatten (und umgedreht). Und das wäre schon extrem unpraktisch…

In der Praxis sieht das in der Regel so aus:

  1. Der erste Schalter in der Reihe ist ein sogenannter Wechselschalter. Technisch betrachtet, ist ein Wechselschalter nichts anderes als eine Spezialform eines Kreuzschalters.
  2. In der Wand liegen zwei parallele Leitungen, die alle Schalter des Stromkreises miteinander verbinden.
  3. Mit dem ersten Wechselschalter lässt sich nun wechselweise eine der beiden Leitungen auswählen. Je nach Auswahl wird der Stromkreis entweder geschlossen oder geöffnet – die Lampe brennt oder eben nicht.
  4. Der zweite (und eventuell weitere) Schalter im Stromkreis ist ein Kreuzschalter. Mit ihm kann man wählen, welche beiden der parallelen Leitungen miteinander verbunden werden. In einem Fall wird der Stromkreis geschlossen – im anderen Fall nicht.
  5. Der letzte Schalter im Stromkreis ist wieder ein Wechselschalter, der nach demselben Prinzip funktioniert.

In einer Kreuzschaltung wechselt der Strom also von einer Leitung in die andere. Im Schaltbild ergibt sich eine Kreuzung – woher diese spezielle Schaltung ihren Namen hat.

Alternative Stromstoßschaltung

So praktisch die Kreuzschaltung für viele Anwendungen ist, so hat sie auch Nachteile. Vor allem ist es vergleichsweise aufwändig und teuer, zwei doppeladrige Leitungen zu verlegen.

Eine Alternative ist der sogenannte Stromstoßschalter, der mehrere Taster miteinander verbindet. Bei diesem Prinzip reicht ein Tastendruck, um einen elektrischen Impuls auszusenden, der alle angeschlossenen Lampen gleichzeitig betätigt. Stromstoßschalter werden in Treppenhäusern häufig mit Zeitschaltuhren kombiniert: Wird ein einziger Taster betätigt, geht im gesamten Treppenhaus das Licht an, um nach Ablauf einer definierten Zeitspanne automatisch wieder zu verlöschen.

Kreuzschaltung