Wer die Chance hat, eine Kreuzqualle von oben zu sehen, erkennt das namensgebende Kreuz recht deutlich: Vier sogenannte Radialkanäle reichen von der Mitte des durchsichtigen Tieres bis fast zum Rand des Schirmes. Faszinierend, aber für Säugetiere wie uns etwas gewöhnungsbedürftig: Diese Radialkanäle sind so etwas wie der Darm der Kreuzqualle, der vom zentralen Magen-Hohlraum ausgeht.

Dass uns beim Schwimmen einmal eine Kreuzqualle begegnet, ist durchaus möglich, kommt das Tier mit dem lateinischen Namen Staurostoma mertensii doch in küstennahen Meeresgewässern vor. Dort ist diese Quallenart weit verbreitet – von der Nordsee bis zum Mittelmeer, vom Atlantik bis zum Nordpazifik. Zum Beispiel ist sie vor der portugiesischen und spanischen Atlantikküste anzutreffen. Auch die Engländer kennen die Quelle von ihren Küsten und nennen sie Whitecross Jellyfish – Weißkreuz-Qualle.

Für den Menschen ungefährlich

Wenn sie bläulich oder türkis schimmernd durch das Salzwasser schwebt, hat sie ihre ganz eigenen Reize. Wie alle Quallen besteht sie zu 99 Prozent aus demselben Medium, in dem sie lebt – aus Wasser. Gefräßig ist das Gallertwesen nicht: Seine einzige Nahrung ist das frei schwebende Plankton. Uns Menschen werden die Nesselzellen im Normalfall nicht gefährlich. Im Gegensatz zu ihren Verwandten wie der australischen Würfelqualle oder der Portugiesischen Galeere ist die Kreuzqualle also eine harmlose Vertreterin ihrer Gattung.

Die Kreuzqualle kann immerhin einen Durchmesser von 5 bis 20 Zentimetern erreichen. Statt Tentakeln besitzt sie nur kurze „Knollen“, die mit Nesseln besetzt sind. Sie lebt mit ihren Artgenossen in Kolonien und fühlt sich bei einer Wassertemperatur von 5 bis 23 Grad wohl. Die Küstengewässer bis maximal 150 Meerestiefe bieten der Kreuzqualle die Lebensbedingungen, die sie insbesondere für ihre Fortpflanzung benötigt.

Kreuzqualle