Über Jahrtausende war die Schifffahrt ein heikles Unterfangen. Ohne GPS und moderne Ortungssysteme hing das eigene Überleben nicht zuletzt von der Kunst der Navigation ab. Ein scheinbar simples Verfahren zur Ortsbestimmung ist die Kreuzpeilung. Voraussetzung für den Erfolg dieser Methode sind allerdings gute Karten, in denen wichtige Landmarken sehr genau eingezeichnet sind.

So funktioniert die Kreuzpeilung auf dem Meer

Um mit der Kreuzpeilung die eigene Position bestimmen zu können, braucht der erfahrene Navigator zunächst die Koordinaten von mindestens zwei Landmarken (zum Beispiel Leuchttürme oder hohe Felsen), die er gleichzeitig vom Schiff aus erkennen kann. Diese markanten Punkte peilt er mit dem bloßen Auge oder mit Instrumenten (Funk) an. Zwischen dem Schiff und den markanten Punkten ergeben sich gedachte Linien, die sogenannten Standlinien. Die Standlinien kreuzen sich im Standpunkt des Betrachters, woher sich die Bezeichnung „Kreuzpeilung“ ableitet.

Da der Navigator den Winkel zwischen den beiden Standlinien ebenso kennt wie Lage der Landmarken, ergibt sich nun ein eindeutiges Dreieck. Unter Anwendung von Rechenregeln der Dreiecksgeometrie lässt sich mit diesen Informationen der Standort des Schiffes berechnen.

Möglichkeiten und Grenzen der Kreuzpeilung

Eine Herausforderung besteht in der Genauigkeit der Kreuzpeilung, vor allem wenn diese mit dem unbewaffneten Auge vorgenommen wird. Schon kleine Abweichungen können große Wirkung entfalten – vor allem, wenn die Landmarken weit entfernt liegen. Und spätestens auf hoher See ist diese Methode offensichtlich nutzlos: Selbst wenn Amerika-Segler Christoph Kolumbus hilfreiches Kartenmaterial besessen hätte, so hätte ihm dieses angesichts der markierungslosen Weite des offenen Meeres keineswegs weitergeholfen. Ein leistungsstarker Kompass, aber auch Sonne, Mond und Sterne sind hier bessere Richtungsgeber.

Kreuzpeilung (Navigation)