Gar nicht kreuz- sondern eher V-förmig will der Kreuzmeißel erscheinen, wenn er im Baumarkt-Regal oder in der heimischen Werkzeugkiste liegt. Aus der zugespitzten Schneidfläche des Kreuzmeißels leiten sich auch seine besonderen Stärken ab: Dieser spezielle Meißel konzentriert die Schlagenergie auf eine kleine Fläche und eignet sich vor allem zur Metallbearbeitung. Mit seiner Hilfe lassen sich mit Hammer-Kraft Nuten und andere kleine Strukturen ausmeißeln.

Kurze Meißel-Kunde

Die ersten Meißel waren schon zur Altsteinzeit gebräuchlich. Sie dienten wahrscheinlich der Bearbeitung von Knochen, Geweih und anderen verhältnismäßig weichen Materialien. 700000 Jahre alte Knochenmeißel – die ältesten bisher entdeckten – taugten kaum zur Steinbearbeitung. Als der Mensch schließlich in der Jungsteinzeit die Metallherstellung erfand, konnten Meißel aus Kupfer gefertigt werden. Aber auch diese wurden schnell stumpf und mussten häufig nachgeschärft werden. Moderne (Kreuz-)Meißel besitzen eine gehärtete Stahlschneide und leisten selbst härtesten Materialien Widerstand.

Heute kommen Meißel unter anderem im Kunsthandwerk und bei Steinmetzen zum Einsatz. Dabei hat die Steinmetz-Sprache sogar eigene Begriffe geprägt: Eisen statt Meißel und Fäustel statt Hammer. Außerdem gibt es industrielle Einsatzbereiche, in denen Meißel gleichsam „im Verborgenen“ arbeiten, beispielsweise im Straßenbau oder als sogenannte Bohrmeißel an der Spitze von Bohrköpfen.

Kreuzmeißel