Kreuzförmig angeordnete Blätter und ein Samen, der an Kümmel erinnert – aus diesen äußerlichen Merkmalen ergab sich der Gewürzname Kreuzkümmel. Zwar zählen der „richtige“ Kümmel und der Kreuzkümmel beide zur botanischen Pflanzenfamilie der Doldenblütler, aber ansonsten haben beide Arten kaum etwas gemeinsam.

Der Kreuzkümmel genießt den Ruf eines Wunderkrautes: Er ist nicht nur in der mediterranen und asiatischen Küche weit verbreitet, sondern soll zudem äußerst gesundheitsfördernd sein. Und glaubt man den medizinischen Studien, ist dann ist daran tatsächlich mehr als (Gewürz-)Körnchen Wahrheit!

Kreuzkümmel
Kreuzkümmel – Abbildung von 1897

Die Pflanze Kreuzkümmel

Der wunderbare Kreuzkümmel hat ein recht unscheinbares Äußeres: Er wird bis zu einem halben Meter hoch, besitzt schmale, glatte Blätter und kleine, doldenförmig angeordnete Blüten. Sind die weißen bis rötlichen Blüten bestäubt, bilden sich die charakteristischen, etwa einen halben Zentimeter langen Fruchtkörper.

Der Kreuzkümmel mag es gerne warm. Daher wächst er in Nordafrika, Lateinamerika, dem Nahen Osten, aber auch in Indien, Indonesien, dem Iran und China. Schon die Römer und die alten Ägypter schätzten ihn vor Jahrtausenden als Küchengewürz. Sogar in Pharaonengräbern hat man ihn gefunden.

Mit lateinischem Namen heißt die Pflanze Cuminum cyminum. Auch im Deutschen ist die Bezeichnung Cumin gebräuchlich.

Kreuzkümmel in der Küche

Das Gewürz ist vor allem aus der Küche seiner Herkunftsländer nicht wegzudenken. Cumin verfeinert die türkische Wurst Sucuk ebenso wie Couscous oder das mexikanische Chili con Carne. Er ist fester Bestandteil von Currypulver und der indischen Gewürzmischung Garam masala. Besonders markant ist seine Geschmacksnote aber in Falafel: In diesen frittierten Kichererbsenbällchen harmoniert er mit Koriander. Aber auch in die mitteleuropäische Küche hat der Kreuzkümmel längst seinen Weg gefunden. Eine bekannte niederländische Spezialität ist der Kreuzkümmelkäse.

Die Ursache für den herben, leicht bitteren Geschmack ist der Inhaltsstoff Cuminaldehyd, ein ätherisches Öl, das auch in Eukalyptus und Myrrhe enthalten ist. Kreuzkümmel kann gemahlen oder als ganzer Samen verarbeitet werden. Aus den Samen lässt sich Kreuzkümmelöl gewinnen, ein Likör ansetzen oder auch ein Tee aufgießen.

Gesundheitsförderung

Es fast unglaublich aber wahr, welche vielfältigen positiven Wirkungen der Kreuzkümmel auf den menschlichen Organismus hat. Hier einige wichtige Vorzüge des Allround-Gewürzes:

  • Sehr gut belegt ist die Heilwirkung bei Magen-Darm-Erkrankungen. Kreuzkümmel regt die Verdauung an und lindert akute Magenbeschwerden. Auf diese Wirkungen vertraut auch die indische Ayurveda-Heilkunst.
  • Kreuzkümmel kann zwar keine falsche Ernährung ausgleichen, soll aber sogar beim Abnehmen helfen. Dafür müssen aber größere Mengen eingenommen werden, als in einem normalen Gericht Verwendung finden.
  • Das Gewürz hilft dabei, den Blutdruck zu regulieren und beugt somit Herzerkrankungen vor.
  • Kreuzkümmel reduziert den problematischen LDL-Cholesterinwert im Blut und senkt den Blutzuckerspiegel.
  • Der Kreuzkümmel stärk das menschliche Immunsystem und wirkt als Antioxidans: Er neutralisiert „freie Radikale“, also gefährliche Sauerstoffverbindungen, die für Zellschäden im Organismus verantwortlich sind.
  • Auch bei Gelenkschmerzen, Menstruationsbeschwerden oder (als Öl) Hautproblemen kann er zum Einsatz kommen.

Kurzum: Kreuzkümmel ist so lecker und gesund wie kaum eine andere Pflanze.

Kreuzkümmel