Ein Gotteshaus „Kreuzkirche“ zu taufen ist von einiger Symbolkraft – aus weltlicher Perspektive aber alles andere als eindeutig. Alleine in Deutschland tragen über 300 große und kleine Kirchen das „Kreuz“ im Namen. Die Namensgebungen haben ganz unterschiedliche Ursprünge. Die Mehrzahl dieser Kirchen sind unter das Patronat des Heiligen Kreuzes gestellt und tragen daher häufig den Namen Heilig-Kreuz-Kirche oder Cruciskirche. Manche Kirchen weisen lediglich einen kreuzförmigen Grundriss auf, der den Anlass zur Namensgebung gab. Andere verehren eine Kreuz-Reliquie in ihren Mauern.

Sowohl katholische als auch evangelische Kirchen können derartige Namen tragen. Eine vollständige Liste von Kreuzkirchen würde den Rahmen dieser Website sprengen. Daher hier nur einige besonders wichtige bzw. bemerkenswerte Gotteshäuser:

Die Kreuzkirche Dresden ist die größte Kirche Sachsens. Im 14. Jahrhundert hieß sie noch Nicolaikirche und wurde 1388 umbenannt. In dem Kirchenbau mit seinen etwa 3000 Sitzplätzen hat auch der Dresdner Kreuzchor seine Heimstatt.

Die Kreuzkirche im Frankfurter Stadtteil Preungesheim geht bis in 9. Jahrhundert zurück. Neben ihren romanischen Gebäuderesten ist die kleine Kirche für ihre gotischen Wandmalereien bekannt.

Die heutige Kreuzkirche in Hannover wurde 1333 unter dem Namen St. Spiritus et Crucis geweiht. Sie ist eine von drei hannoverschen Altstadtkirchen und befindet sich im historisch bedeutsamen Kreuzkirchenviertel.

Im Baden-Württembergischen Bad Wimpfen steht die Stadtpfarrkirche zum Heiligen Kreuz. Ihre Ursprünge gehen auf das 13. Jahrhundert zurück, als sie zu einem Dominikanerkloster gehörte. Die Kirche beherbergt eine wertvolle Kreuz-Reliquie und historische Kunstschätze, vor allem aus dem Barock.

Das Heilig-Kreuz-Münster in Schwäbisch Gmünd wurde Mitte des 14. Jahrhunderts im gotischen Stil errichtet. Die Hallenkirche gilt es bedeutsames Werk der Baumeisterfamilie Parler.

Das ehemalige Kloster Heiligkreuz steht in der Nähe von Kempten. Nachdem eine Bäuerin 1691 ein Blutwunder (fünf rote Fontänen) erblickt haben will, entwickelten sich Kloster und Kirche zum Wallfahrtsziel.

In dem oberbayerischen Pfarrdorf Bergen steht die Kirche Heiliges Kreuz. Der Kirchenbau aus dem 11. Jahrhundert bewahrt noch etliche romanische Gebäudereste, zum Beispiel den Turm und die drei Apsiden. Der Innenraum wurde barock umgestaltet.

In Rostock gründeten die Zisterzienserinnen um 1270 das Kloster zum Heiligen Kreuz. Zu den erhaltenen künstlerischen Höhepunkten zählen zwei Flügelaltäre aus dem Mittelalter. Als Reliquie wird ein angeblicher Splitter vom Kreuz Jesu verehrt.

Die Heilig-Kreuz-Kirche in Hildesheim fällt durch eine vielfältige Baugeschichte auf, die vor allem gotische und barocke Elemente miteinander verknüpft. Die Westfassade ist durch italienische Einflüsse geprägt.

Natürlich entstanden auch in anderen europäischen Staaten zahlreiche Kirchen, die Kreuz-Bezeichnungen im Namen tragen, zum Beispiel das Stift Heiligenkreuz im österreichischen Wienerwald, die Warschauer Heilig-Kreuz-Basilika, die Franziskanerkirche „Santa Croce“ in Florenz oder die Basilika „Santa Croce in Gerusalemme“ in Rom. Die Aufzählung ließe sich fast beliebig fortsetzen…

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