Wer den Kreuzer nicht ehrt, ist des Talers nicht wert… So ähnlich hätten unsere Vorfahren reimen können, denn in den vergangenen Jahrhunderten war „Kreuzer“ die Bezeichnung für das kleine Silbergeld, das einen Bruchteil des goldenen „Gulden“ wert war. Seinen Namen hat der Kreuzer nach einem optisch auffälligen Doppelkreuz auf seiner Vorderseite.

Ab 1271 wurde zum ersten Mal mit einem Kreuzer bezahlt – allerdings nicht im heutigen Deutschland, sondern in Meran. Hier in Südtirol wurde erstmals ein „Etscher Kreuzer“ geprägt. In der folgenden Zeit breitete sich die Münze im Alpenraum und auch nördlich davon aus. Im heutigen Norddeutschland bezahlte man aber weiterhin lieber mit „Groschen“.

Kreuzer ist nicht gleich Kreuzer

Abgesehen von dem Doppelkreuz wurden das Aussehen des Kreuzers und die verwendete Legierung oft variiert. Bestanden die Münzen zunächst vorwiegend aus Silber, kam später zunehmend das billigere Kupfer zum Einsatz, bis die Kreuzer vorwiegend oder ganz aus Kupfer bestanden. Auch der Wert in Relation zum Gulden schwankte zwischen einem Sechzigstel und einem Zweiundsiebzigstel Gulden. Davon abgesehen gab es im deutschen Sprachraum eine verwirrend erscheinende Vielfalt von Münzen bzw. Währungssystemen, die teils parallel existieren. So konnte man beispielsweise mit Hellern, Mark, Pfennigen oder Talern bezahlen.

Die Nachfolger: Mark und Franken

Im 19. Jahrhundert ging die Karriere des Kreuzers als gängige Umlaufmünze zu Ende. Seit 1850 konnte man in der Schweiz nur noch mit Franken bezahlen, 1871 führte das deutsche Kaiserreich die Mark ein. Heute gibt es Kreuzer nur noch als antiquarische Münze. Sie ist allerdings nur im Ausnahmefall von bedeutendem Wert, denn der historische Kreuzer wurde meist in großen Auflagen geprägt.

Kreuzer (Münze)