Wenn man sich im Gebüsch piekst, fällt der Kreuzdorn unangenehm auf. Die zahlreichen Dornen, die sich an den Triebspitzen des Strauches bilden, formen angeblich ein Kreuz und geben ihm seinen Namen. Das klingt so, als sei der Kreuzdorn ein eher unbeliebtes Gewächs. Im Gegenteil: Der Kreuzdorn ist ökologisch wertvoll und hat so manche überraschende Eigenschaft.

Farbe und Medizin

Äußerst vielseitig sind vor allem die Beeren des Kreuzdorns. Im Sommer wachsen an dem bis zu fünf Meter hohen Strauch kleine grüne Steinfrüchte, die sich im reifen Zustand dunkel färben. Viele Vögel lieben diese Beeren und auch den Menschen sind sie – in Maßen – nützlich. Aus den Beeren lässt sich nämlich, abhängig vom Reifezustand, ein grüner oder roter Farbstoff gewinnen. Vor allem im Mittelalter war diese Farbe begehrt. Darüber hinaus dienen getrocknete Früchte auch heute noch als sanftes Abführmittel. Zu viele sollten Menschen davon allerdings nicht essen, denn dann drohen erhebliche Magenbeschwerden, weil bekanntlich die Dosis das Gift macht.

Kreuzdorn
Kreuzdorngewächs

Kreuzdorn im Garten

Der Kreuzdorn ist eine recht anspruchslose Pflanzengattung, die mehrere Hundert verschiedene Arten kennt, die sich fast weltweit verbreitet haben. Ob in Asien, Nordamerika, bei uns in Europa oder in tropischen Breiten – für fast alle Klimabedingungen gibt es einen Kreuzdorn-Vertreter, der prima gedeiht. Auch die bekannte „Stechpalme“ gehört zu dieser Gattung.

In unseren Hecken und Gärten fühlt sich vor allem der „Echte Kreuzdorn“ (lateinisch Rhamnus catharticus) sehr wohl. Um seine Vermehrung muss sich der Gärtner nicht eigens bemühen, da der Kreuzdorn sowohl Blüten als auch Ausläufer bildet. Wenn man nicht aufpasst, könnte sich das stachelige Gewächs den ganzen Garten im Handstreich übernehmen – und das wäre dann doch zu viel des Guten.

Kreuzdorn