Wer weiß schon, wo das Kreuzdarmbeingelenk seinen Platz hat? Dass es sich um einen wirklich neuralgischen Punkt im menschlichen Körper handelt, wird unmittelbar deutlich, wenn wir den lateinischen Namen „Iliosakralgelenk“ hören. Sogleich verfolgen uns Assoziationen von lästigen, ausstrahlenden und zuweilen chronischen Rückenschmerzen. Zugleich handelt es sich um einen der ganz seltenen Fälle, dass die lateinische Bezeichnung eines Körperteils bekannter ist als seine deutsche Übersetzung.

Die Aufgabe des Kreuzdarmbeingelenks

Ein Grund für die häufigen Beschwerden dieses Gelenks ist seine Schlüsselposition in unserem Skelettsystem, die mit extrem hohen Belastungen einhergeht. Das Kreuzdarmbeingelenk liegt unterhalb des Kreuzbeins und verbindet hier die Wirbelsäule mit den beiden seitlichen Hüftgelenken. Dieses kreuzförmig angeordnete Iliosakralgelenk ist zwar beweglich, allerdings können wir die Bewegung nicht willentlich steuern. Stattdessen sorgt es eigenständig für die richtige Balance und das perfekte Zusammenspiel in unserem Hüftgürtel.

Angesichts dieser erheblichen Aufgaben ist es besonders dramatisch, wenn dieses komplexe Gleichgewicht gestört wird – zum Beispiel durch andauernde Fehlhaltungen, langsamen Verschleiß oder durch Übergewicht. Auch Schwangerschaften und bestimmte Wirbelsäulenerkrankungen zählen zu den Risikofaktoren. Am Ende genügt eine scheinbar triviale Dehn- oder Hebebewegung, um anhaltende Schmerzen auszulösen. Das konkrete Problem sind Gelenkflächen, die sich unerwünscht verkanten. Man sagt: „Das Gelenk blockiert.“ Mediziner sprechen auch von einem Iliosakralgelenk-Syndrom (kurz: ISG-Syndrom).

Behandlung des Kreuzdarmbeingelenks

Bei gesicherter Diagnose setzt die medizinische Behandlung vor allem an zwei Stellen an: Es wird einerseits versucht die Schmerzen zu lindern und andererseits die Blockade aufzuheben. Gegen die Schmerzen helfen Wärmeanwendungen sowie ausreichend dosierte Schmerzmittel bis hin zu lokal gespritzten Betäubungsmitteln. Gegen die Blockade gehen unter anderem Physiotherapeuten und Chiropraktiker zu Werke. Sie versuchen das Gelenk wieder zu mobilisieren – und haben damit wirklich alle Hände voll zu tun.

Kreuzdarmbeingelenk