Ohne Kreuzblütler wäre unsere tägliche Speisekarte um einige Köstlichkeiten ärmer. Denn zu dieser Pflanzenfamilie zählen viele wichtige Kulturpflanzen wie Radieschen, Steckrübe, Kresse oder Wasabi, vor allem aber Kohlsorten wie Rotkohl, Weißkohl, Wirsing, Blumen-, Rosen- und Chinakohl. Auch die Ölpflanze Raps und der Senf gehören zu den Kreuzblütlern.

Namensherkunft der Kreuzblütler

Um Kreuzblütengewächse (lateinisch Brassicaceae) zu erkennen, achten Biologen beispielsweise auf die Laubblätter, die „wechselständig“ am Stängel wachsen oder auf die Borsten, mit denen die Blätter oft dicht besetzt sind. Namensgebend sind allerdings die kreuzförmig angeordneten Blüten. Vier sogenannte „Kronblätter“ bilden eine Blüte.

Kreuzblütler können ein- oder mehrjährig sein, wachsen meistens niedrig und bilden allenfalls kleine Sträucher. Neben den genannten Nutzpflanzen kommen auch Zierpflanzen und „Unkräuter“ vor. Das Erscheinungsbild dieser Pflanzen kann sehr vielfältig sein.

Insgesamt werden der Pflanzenfamilie rund 400 Gattungen zugeordnet, wobei die genaue Zahl je nach Expertenmeinung erheblich unterschiedlich ausfällt. Diese Gattungen untergliedern sich wiederum in etwa 3000 bis 4000 verschiedene Arten. Die natürlichen Hauptverbreitungsgebiete liegen im Mittelmeerraum und in Asien. Allerdings wachsen manche Arten dieser vielseitigen und anpassungsfähigen Familie auch in den Tropen oder in der Arktis.

Produzenten von Brommethan

Vermutlich um Schädlinge abzuwehren, erzeugen Kreuzblütler einen Giftstoff namens Brommethan. Diese chemische Verbindung besteht aus Wasserstoff, Kohlenstoff und Brom. Für Menschen ist sowohl der Kontakt als auf das Einatmen von Brommethan schädlich.

Vor allem der auf der Erde angebaute Raps gibt jährlich mehrere Tausend Tonnen Brommethan in die Atmosphäre ab. Wenn das Gift in höhere Luftschichten aufsteigt, schädigt es die Ozonschicht. Außerdem steht es im Verdacht, den Treibhauseffekt weiter zu verstärken. Wer hätte das von unseren scheinbar harmlosen Feldfrüchten erwartet…

Kreuzblütler