Bei einem Kreuzbiss kommen sich die Zähne in die Quere: Es handelt sich um eine recht häufige Zahnfehlstellung. Ursachen sind oft Wachstumsstörungen des Oberkiefers, die dazu führen, dass der Kiefer (im Vergleich zum Unterkiefer) zu schmal oder zu kurz ist. Die beiden Hälften passen also nicht optimal aufeinander. Auch nach innen gekippte Zähne können zu einem Kreuzbiss führen.

Typen des Kreuzbisses

Je nach Erscheinungsform unterscheiden die Kieferorthopäden folgende Haupttypen:

  • Kopfbiss: Die Kauflächen der menschlichen Backenzähne besitzen eine Art Berg-und-Tal-Landschaft aus Höckern und Grübchen. Ist der Kiefer richtig angelegt, greifen die Erhebungen ineinander. Bei einem Kopfbiss treffen dagegen Höcker auf Höcker, sodass das Kind (oder der Erwachsene) nicht optimal zubeißen und kauen kann.
  • Frontaler Kopfbiss: Bei dieser Variante sind nicht die seitlichen Backenzähne, sondern die Schneidezähne betroffen. Die Schneidkante der Oberkieferzähne sollte eigentlich zwei oder drei Millimeter über die Unterkieferzähne hinausragen. Beim frontalen Kopfbiss stoßen die Zahlreihen aber direkt aufeinander.
  • Einseitiger oder beidseitiger Kreuzbiss: Bei manchen Patienten tritt das Problem nur auf einer Kieferseite auf. Bei anderen Menschen stehen die Zähne beidseitig falsch.
Kreuzbiss
Kreuzbiss bei einem Erwachsenen

Problem und Auslöser

Der Kreuzbiss entsteht in der Regel bereits beim Milchgebiss. Häufig spielen genetische Faktoren bei den Wachstumsstörungen eine Rolle. Auch Lippen-Kiefer-Gaumenspalten sowie Anomalien der Zunge oder der Nase können zu einem Symptombild führen, dass „Progenie“ genannt wird.

Betroffene Menschen können Probleme beim Essen, mit der Nasenatmung oder mit dem Sprechen bekommen. Beispielsweise ist es möglich, dass Kinder mit Kreuzbiss lispeln. Die Fehlbelastung von Kiefergelenk und Gesichtsmuskeln kann sogar schmerzhaft sein und auf lange Sicht das Gelenk abnutzen.

Kreuzbiss-Behandlung

Da der Kreuzbiss oft im Kindesalter auftritt, wenn der Kiefer noch besonders weich und formbar ist, sollte eine kieferorthopädische Behandlung in diesem frühen Stadium ansetzen. Das hat für die Eltern auch den Vorteil, dass die Krankenkasse alle notwendigen Behandlungskosten übernimmt. Im Erwachsenenalter verschlingt die Behandlung eine mittlere vierstellige Summe…

Etwa ab dem 9. Lebensjahr erhalten viele betroffene Kinder eine Zahnspange. Nur selten – wenn der Kreuzbiss ganz stark ausgeprägt ist – wird ein kieferchirurgischer Eingriff notwendig. Ein Kreuzbiss ist also störend und behandlungsbedürftig, aber kein bleibendes Problem.

Kreuzbiss