Vom Kreuzband liest man eigentlich nichts Gutes – obwohl es für jeden Menschen extrem wichtig ist. Nur wenn es seinen Dienst versagt, weil es reißt, steht es im Mittelpunkt des Interesses. Ein Kreuzbandriss hat schon so mancher Sportlerkarriere einen herben Schlag versetzt. Weniger gut trainierte Menschen plagen sich oft viele Monate mit diesem Knie-Desaster.

Wo befindet sich das Kreuzband?

In unseren Knien gibt es jeweils zwei Kreuzbänder: das vordere und das hintere Kreuzband. Gemeinsam mit den Außenbändern, dem Meniskus und der Gelenkkapsel stabilisieren sie unsere Knie bei jeder Bewegung. Ohne die Kreuzbänder wären Schienbein und Oberschenkelknochen so labil aneinander gebunden, dass wir kaum laufen könnten.

Die beiden Kreuzbänder befinden sich im Zentrum des Gelenks, wo sie einander kreuzen (daher der Name „Kreuzband“).

So kommt es zum Kreuzbandriss

Die Kreuzbänder bestehen aus Faserbündeln und sind eigentlich sehr widerstandsfähig. Das hintere Kreuzband hält sogar eine Belastung von rund 80 Kilogramm aus. Trotzdem gibt immer wieder Situationen, in denen das Kreuzband doch nicht standhält. Besonders risikoreich sind Bewegungen, bei denen das Knie plötzlich nach außen verdreht wird, schlimmstenfalls kombiniert mit einer Bremsbewegung. Solche fatalen Augenblicke können bei vielen Sportarten auftreten, sind aber beim Skifahren besonders häufig.

In der Regel ist das vordere Band von einem Kreuzbandriss betroffen. Dabei reißt es in der Regel „nur“ ein, statt völlig durchzureißen. Zugleich kommt es oft zu Meniskusverletzungen oder anderen Schäden. Die unmittelbare Folge für den Patienten sind starke Schmerzen und Schwellungen. Außerdem wird das Knie instabil und knickt weg. Ob eines der Kreuzbänder tatsächlich gerissen ist, kann der Arzt beispielsweise durch eine Magnetresonanztomografie (MRT) diagnostizieren. Noch einfacher ist der sogenannte „Schubladentest“, bei dem der Arzt eine unerwünschte Beweglichkeit des Gelenks feststellen kann.

Operation oder konservative Therapie

Ob ein Kreuzbandriss operiert werden muss, hängt von der Schwere der Verletzung ab, aber auch von der sportlichen Ambition des Patienten. In manchen Fällen reichen äußere Gelenkstabilisierung, Krankengymnastik und Muskelaufbau, um das Knie wieder in Funktion zu setzen. Und natürlich viel, viel Geduld.

Kreuzband