Die meisten Kreuze, die diese Interseite behandelt, sehen eigentlich kaum nach einem Kreuz aus. Zu diesen kreuz-unähnlichen Kreuzen zählt auch die gleichnamige Spielkartenfarbe. Am ehesten erinnert das Symbol der sogenannten französischen Spielkarten an ein Kleeblatt – und genauso lautet auch der französische Original-Name: „Trèfle“, zu deutsch „Klee“. Die österreichischen Kartenspieler sahen darin ebenfalls kein Kreuz, sondern ein stilisiertes Kleeblatt, und tauften die Kartenfarbe „Treff“.

Kreuz As, Kreuz König
Spielkarten – französisches Blatt

Französisches und deutsches Blatt

Kreuz, Pik, Herz, Karo – diese vier Kartenfarben kennt eigentlich jeder, der in seinem Leben schon einmal in die Nähe von Spielkarten gekommen ist. Bei manchen Kartenspielen wie Skat oder Doppelkopf hat Kreuz den höchsten Farbenwert oder eine andere, besondere Bedeutung. Nur beim Bridge ist es umgedreht: Hier besitzt Treff/Kreuz den geringsten Wert.

Neben dem weit verbreiteten französischen Blatt, das beispielsweise auch für das offizielle Turnierskat im Einsatz ist, gibt es etliche länder- und regionsspezifische Abwandlungen. In manchen deutschen Regionen wird weiterhin gerne das deutsche Blatt gespielt – und sei es nur aus historischen Reminiszenzen. Beim deutschen Blatt heißen nicht nur die Bildwerte anders (beispielsweise „Unter“ statt „Bube“), auch die Spielfarben besitzen andere Formen und andere Bezeichnungen. Aus Karo werden Schellen, aus Pik wird Laub, aus Kreuz wird Eichel. Nur das Herz bleibt ein Herz.

Wie könnte ein Kreuz-Ersatz deutscher sein als die Eichel – die Frucht des deutschen Symbolbaums schlechthin! Während das französische Kreuz in schlichtem Schwarz daherkommt, ist die Eichel (auch Ecker oder Hacker genannt) mehrfarbig: gerne mit einem grünen Kelch und mit einer roten, gelben oder gelb-roten Frucht. Auf diese Weise kommen sogar zwei der deutschen Nationalfarben ins Spiel.

Kreuz (Kartenspiel)