Bei den Kreuzkräutern muss man vergeblich nach einem sichtbaren Kreuz suchen, das für diesen Pflanzennamen verantwortlich sein könnte. Die Kreuzkräuter tragen kein kreuzartiges Muster, sondern bilden einen Blütenkelch mit weißen Haaren aus, der die Menschen an einen Greis erinnert hat. Daraus entwickelten sich zunächst die Bezeichnungen „Greiskräuter“ und später „Kreuzkräuter“.

Weltweit vertreten

Die Kreuzkräuter zählen zu den artenreichsten und erfolgreichsten Pflanzengattungen überhaupt. Mehr als Tausend Arten sind fast auf ganzen Welt verbreitet. Sie gedeihen ein bis zwei Jahre und können recht unterschiedliche Wuchsformen und Größen annehmen. Charakteristisch sind die Blütenkörbchen mit den „Greisenhaaren“. Viele solcher Körbchen kommen an der blühenden Pflanze gruppiert als Dolde oder Rispe vor.

In der botanischen Systematik heißt die Pflanzengattung „Senecio“ – was sich passenderweise vom Lateinischen „senex“, für Greis, ableitet.

Jakobskreuzkraut
Jakobskreuzkraut – Zeichnung von 1885

Ungeliebtes Jakobskreuzkraut

Von allen Greiskräuter-Arten hat sich eine den Zorn deutscher Landwirte zugezogen: das gelb blühende Jakobskreuzkraut, auch Jakobs-Greiskraut genannt. Dieses Gewächs vereint leider zwei – aus menschlicher Perspektive – problematische Eigenschaften: einerseits hat es sich in der deutschen Kulturlandschaft stark vermehrt, und andererseits ist ganz und gar giftig.

Wie stark Pferde, Rinder und andere Nutztiere durch das Jakobskreuzkraut gefährdet sind, ist durchaus umstritten. Zwar erkennen und meiden die Tiere die giftige Pflanze auf der Weide, aber vom Heu oder der Silage kann die Pflanze leichter in die Tiermägen gelangen. Schleichende Vergiftungsprozesse sind womöglich denkbar, werden von Naturschützern aber in Zweifel gezogen.

Ursprünglich war das Jakobskreuzkraut, das im Juli zur Hauptblüte ansetzt, in europäischen und asiatischen Mittelgebirgen heimisch. Aufgrund guter Vermehrungsbedingungen hat sich die Pflanze nicht nur in Deutschland, sondern auch auf anderen Kontinenten stark ausgebreitet. Während Nutztiere die Pflanzen meiden sollten, ernähren sich andere Tiere sogar von ihr. Die Raupenart „Jakobskrautbär“ ist nicht nur unempfindlich gegen das Gift, sondern sammelt es in seinem Körper, um sich so selbst für Fressfeinde ungenießbar zu machen.

Kreuzkräuter / Jakobskreuzkraut