Ob eisern oder nicht: Das Kreuz ist die Grundform zahlreicher Orden und Ehrenzeichen.

Wer bei dem „Eisernen Kreuz“ an die deutsche Wehrmacht und an Kriegsverherrlichung denkt, hat auf jeden Fall Recht. Aber das ist nicht die ganze Geschichte – denn dieser Orden wurde ursprünglich bereits 1813 gestiftet, mehr als ein Jahrhundert vor der Naziherrschaft. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. war es, der die militärische Auszeichnung in drei Klassen aus der Taufe hob. Ausgezeichnet wurden Soldaten und Offiziere, die sich in den „Befreiungskriegen“ auszeichneten, also in dem Kampf Preußens gegen die napoleonische Besatzungsmacht.

Eisernes Kreuz
Eisernes Kreuz von 1813

Die optische Gestaltung des Eisernen Kreuzes hatte Kalkül und stammte aus der Feder Friedrich Wilhelms höchstpersönlich: Ein schwarzes sogenanntes Tatzenkreuz aus Gusseisen war von einem schmalen Silberrand gefasst. Das Tatzenkreuz mit seinen breiten Balkenenden erinnerte assoziativ an den Templerorden und die Kreuzzüge – und sollte unterstreichen, dass die Befreiungskriege für eine gerechte, „heilige“ Sache ausgefochten wurden. Ganz bewusst verzichtete das Kreuz weitgehend auf edle Materialien, sondern präsentierte sich in Gusseisen.

Vom Ersten zum Zweiten Weltkrieg

Als das Eiserne Kreuz 1870 zum zweiten Mal aufgelegt wurde, hatte dies erneut militärische Hintergründe. Der Ordensstifter Wilhelm I. wollte damit Soldaten im Deutsch-Französischen Krieg auszeichnen. Der Ausgang ist bekannt: Deutschland gewann den Krieg mit dem Nachbarn und trieb unter preußischer Führung die deutsche Einheit voran. Wilhelm I. wurde erster deutscher Kaiser.

Dritter Krieg, dritte Ordensstiftung: Im Ersten Weltkrieg ab 1914 erneuerte Kaiser Wilhelm II. die Auszeichnung. Neu war in der Folge allerdings, dass nicht nur „Kriegshelden“ das Kreuz erhielten, sondern auch andere Menschen, die sich um das „Vaterland“ verdient gemacht hatten. Als das Eiserne Kreuz ab 1939 erneut vergeben wurde, prangte ein Hakenkreuz in seinem Zentrum. Im Jahr 2007 scheiterte ein Versuch, das Eiserne Kreuz erneut wiederzubeleben. Zwar sei eine hohe Auszeichnung für Bundeswehrsoldaten sinnvoll, stellte Bundespräsident Horst Köhler fest; Köhler mochte aber (glücklicherweise) nicht unmittelbar an die Tradition des Zweiten Weltkriegs anknüpfen.

Eisernes Kreuz (Orden)